Newroz – Fest des Widerstandes – Veranstaltungsreihe

Govend

Govend so heißt der traditionelle Folkloretanz Kurdistans und ist ein tragendes Element kurdischer Kultur. Eine lange Kette aus Menschen, die sich an den Händen oder Schultern haltend rhythmisch zu Musik bewegt: Der Govend tanzt, ein Wir, die Gemeinschaftlichkeit buchstäblich vor. Der Tanz verbindet Individuen miteinander und wird zu einem kollektiven Erlebnis. Es gibt unzählige Varianten und Interpretationen dieses Volkstanzes. In dieser veranstaltung erhalten Sie die Möglichkeit einige Tanzschritte selbst zu erlernen. Der Kurs ist sowohl für Fortgeschrittene als auch für Anfänger*innen geeignet.

18.3. Workshop 12h-13h30 Uhr

23.3. Workshop 19h-21h mit aktuelle Informationen zur Situation in Afrin

Ort: jeweils Kurdisches demokratisches Gesellschaftszentrum, Kehlerstrasse 29

Podiumsdiskussion: Die fatalen Folgen deutscher Waffenexporte in die Türkei ­ Vortrag und Diskussion mit Jürgen Grässlin (RIB) und Demir Çelik (HDK­e)

Während die Türkei unbeirrt auf ein autokratisches System zusteuert, profitiert die deutsche Rüstungsindustrie an Waffengeschäften mit der Türkei. Statt die Wahrung der Menschenrechte und des Völkerrechts zu stärken, untergräbt die Bundesregierung den erklärten Willen des Parlaments und genehmigt innerhalb von fünf Wochen 31 weitere Waffengeschäfte. In dem Vortrag wird Jürgen Grässlin, Bundessprecher der DFG-VK und Vorsitzender des RüstungsInformationsBüros (RIB e.V.), Einblick in die Machenschaften der Waffenindustrie und ihrer Lobby liefern. Was diese Waffen in Kurdistan täglich anrichten, erläutert Demir Çelik, HDP-Mitglied des türkischen Parlaments.

19.3. Universität KG I Raum: 1016 Platz der Universität 3 von 18:30 – ­ 21 Uhr

Newroz

Newroz wird am traditionell 21. März gefeiert. Dieses Fest begrüßt den Frühling, in dem die Blumenwelt in den oftmals bergigen Regionen erblüht, Wasserfälle und Flüsse rauschen und die Tiere aus dem Winterschlaf erwachen. Dieses Fest wird von AfghanInnen, PerserInnen, BelutschInnen, TadschikInnen, KurdInnen und vielen mehr seit über 2500 Jahren gefeiert. In einem alten Epos der Newroz-Mythologie steht das Fest für den Widerstand gegen eine Despotenherrschaft. Das Feuer steht hier als Symbol für die Energie der Gesellschaft, sich von Unterdrückung zu befreien. Lasst uns gemeinsam Newroz, „den neuen Tag“*, feiern und einem Frühling mit mehr Freiheit entgegensehnen.

20.3. mit Musik, Tanz und Feuer Platz der Alten Synagoge ab 18h

17.3. bundesweit in Hannover, aktuell versuchen die Behörden, diese Feier analog den Feiern in der Türkei zu verbieten

Ökologie: Film zu Hasankeyf und Vortrag zur ökologischer Perspektive in den kurdischen Gebieten

Erster Teil: Film zu dem Illisu Staudamm, Teil des Südostanatolien-Projekt. Hier werden die sozialen und ökologischen Zerstörungen in Nordkurdistan (Südosttürkei) werden vorgestellt.

Zweiter Teil: Diese Zerstörungen stehen beispielhaft für eine weltweit zunehmende Vernichtung des Lebens- und Kulturraumes. Als Antwort darauf wird das ökologische Paradigma ausgeführt und Ideen für praktische Perspektiven hier in Deutschland gegeben.

21.3. Haus 37 am Alfred­ Döblin ­Platz 1 19h ­ 21 Uhr

Film und Diskussion mit Leyla Imret (abgesetzte Ko­Bürgermeisterin von Cizre/Nordkurdistan – Türkei)

Wir zeigen den Dokumentarfilm über Leyla Imret, die mit 26 Jahren in die Türkei zurückkehrte, wo sie geboren wurde, und dort in Cizre zur jüngsten Bürgermeisterin der Türkei gewählt wurde. Leyla Imret wird an diesem Abend persönlich von ihrer hoffnungsvollen Rückkehr bis zur brutalen Zerstörung von Cizre und ihrer Verhaftung berichten.

22.3. Universität KG I Raum: 1016 Platz der Universität 3 19h

Benefizkonzert für Erdbebenopfer in Kermanschah und Kriegsopfer in Afrin

Sonntag, 25.3. Sporthalle Vigeliusschule Feldbergstr. 25a

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Sofortige Einstellung der Ermittlungen gegen den Mezopotamien-Verlag

 

 

Pressemitteilung von

AZADÎ e.V. Rechtshilfefonds für

Kurdinnen und Kurden zur raus gegen den Mezopotamien Verlag

 

Abschiedsgeschenk von Bundesinnenminister de Maizière an türkisches Regime:

Repressionswelle gegen Kurd*innen und ihre Institutionen / LKA NRW lässt kurdischen Mezopotamien-Verlag und MIR Media GmbH durchsuchen

 

 

Noch-Bundesinnenminister de Maizière verabschiedet sich von seinem Amt als Freund und Versteher des türkischen Regimes und katapultiert die Kurdinnen und Kurden in die Hochzeit der Repression, als das PKK-Betätigungsverbot im November 1993 erlassen und die Kriminalisierung kurdischer Aktivitäten ihren Anfang nahm. Im 25. Jahr des Verbotes steht auf der politischen Agenda des türkischen Regimes und der geschäftsführenden CDU/CSU/SPD-Koalition der Plan, die kurdische Bewegung und ihre Organisationen endgültig zu liquidieren. Gestartet war de Maizière am 2. März 2017 mit seinem Rundschreiben an die Bundesländer und Strafverfolgungsbehörden, das die Erweiterung verbotener Symbole zum Inhalt hatte. Besonders brisant war hierbei die Aufnahme der Kennzeichen der nordsyrischen Partei PYD sowie der Volks- und Frauenverteidigungskräfte YPG/YPJ in die Liste der nunmehr insgesamt 33 Symbole, die unter das PKK-Betätigungsverbot fallen.

Die türkischen Politiker feierten 1993 die Erfüllung ihrer Forderungen nach einem PKK-Verbot durch die Regierung von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) ebenso wie die aktuellen Maßnahmen gegen Kurdinnen und Kurden und ihre Einrichtungen.

 

Nach den Drohungen der Polizeibehörde Hannover, die geplante Newroz-Versammlung am 17. März verbieten zu wollen, zog der kurdische Dachverband NAV-DEM seine Anmeldung zurück. Stattdessen schlossen sich verschiedene Bürgerrechtsorganisationen zusammen, um ihrerseits eine Newroz-Demonstration in Hannover anzumelden. Wie es scheint, ist auch diese öffentliche Versammlung von einem Verbot bedroht.

 

Der vorläufig letzte Repressionsakt – kaum war der türkische Außenminister Mevlüt Çavușoǧlu von der internationalen Tourismusmesse ITB aus Berlin abgereist – fand am 9. März in Neuss im kurdischen Mezopotamien-Verlag und der „MIR Multimedia GmbH“ statt. Auf Antrag des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamtes (LKA) hat die 18. Kammer des Verwaltungsgerichts Düsseldorf am 5. März die Durchsuchung sämtlicher Geschäftsräume, Garagen und Fahrzeuge der beiden Unternehmen angeordnet. Eine vorherige Anhörung der Betroffenen hat es nicht gegeben.

Laut Durchsuchungsbeschluss gab es einen lebhaften Schriftwechsel zwischen  Bundesinnenministerium, LKA und dem CDU-geführten NRW-Innenministerium, um die Durchführung der Razzien sicherzustellen. Begründet wurde dieses polizeiliche Vorgehen mit der Behauptung, die beiden Vereine würden durch ihre Tätigkeiten „den organisatorischen Zusammenhalt“ der „verbotenen PKK unterstützen“ und hierdurch eine „vorteilhafte Wirkung“ für diese hervorrufen. Vorgeworfen wird dem Verlag, dass er „einschlägige Bücher und Zeitschriften“ verlege und vertreibe sowie „sonstiges PKK-Propagandamaterial“ wie T-Shirts und Fahnen mit dem Bild von Abdullah Öcalan anbiete.

Die MIR Multimedia wiederum vertreibe und verkaufe „PKK-bezogene Musikprodukte“ und beteilige sich an „diversen Feiern und Festivals mit PKK-Bezug“.

Bei beiden Vereine sei aufgrund ihrer Tätigkeiten „unzweifelhaft“, dass es sich um auf längere Zeit ausgerichtete Vereinigungen handele, die sich zusammengeschlossen und einer „organisierten Willensbildung unterworfen“ hätten.

 

Außerdem bestehe der hinreichende Verdacht, dass sich die Vereine „gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder den Gedanken der Völkerverständigung“ (!) richten würden, eine Zielrichtung, die auch Grundlage des PKK-Verbots gewesen sei.

 

Gegen diese Polizeirazzien wird der Verlag, in dem zahlreiche Bücher u. a. zur kurdischen Historie und Gegenwart, international bekannte Romane, Lyrikbände und viele Veröffentlichungen von Abdullah Öcalan – auch in deutschsprachiger Edition -, Publikationen über die Rolle der kurdischen Frau, Biografie-Bände der 2013 in Paris ermordeten Kurdin Sakine Çansiz und Bücher zur kurdischen Freiheitsbewegung und ihren Widerstand erscheinen, Beschwerde einlegen.

Beide Gesellschaften waren schon in der Vergangenheit von Durchsuchungen, Beschlagnahmungen und Verboten betroffen. Ihre Arbeit haben sie nach entsprechender juristischer Klärung fortsetzen können.

 

AZADÎ verurteilt dieses politisch motivierte entwürdigende Vorgehen des deutschen Staates gegen Kurd*innen und ihre Institutionen – einzig, um sich des Wohlwollens des türkischen Unrechtsregimes zu versichern. Das scheint weit gediehen: der türkische Außenminister Çavușoǧlu sprach den deutschen Amtskollegen in Berlin als „verehrten Freund“ an und Gabriel konterte mit „Freund Mevlüt“. In dieser Atmosphäre forderte Çavușoǧlu die Festnahme und Auslieferung von Salih Müslim, ehemaliger Vorsitzender der nordsyrischen Partei PYD. Dieser war erst Ende Februar in Prag festgenommen, aber wieder freigelassen worden. Verstärktes Interesse zeigte er auch an einer Entschärfung der Reisehinweise für die Türkei.

 

Es bleibt abzuwarten, welche politische Zielrichtung der künftige Außenminister Heiko Maas (SPD) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hinsichtlich der deutsch-türkischen Beziehungen verfolgen werden. Zu befürchten ist aber, dass die Gabriel-de Maizière-Repressionslinie fortgesetzt wird.

 

Was mithin weiterhin bleiben sollte: Solidarität mit den Kurd*innen und Widerstand gegen diese undemokratische staatliche Willkürpolitik.

 

AZADÎ e.V. Rechtshilfefonds für

Kurdinnen und Kurden in Deutschland, Köln

  1. März 2018

 

 

 

 

 

 

Demo gegen den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der Türkei auf Afrin , Samstag 10.3. 16h Platz der Alten Synagoge Freiburg

Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages:

(Quelle: https://www.bundestag.de/blob/546854/07106ad6d7fc869307c6c7495eda3923/wd-2-023-18-pdf-data.pdf)

„Konkretere Zweifel an der Verhältnismäßigkeit des militärischen Vorgehens der Türkei ergeben sich jedoch im Hinblick auf Umfang, Ziele und Dauer des militärischen Vorgehens der Türkei in Nordsyrien. Insbesondere das militärische Verfolgen der erklärten geostrategischen Ziele der Türkei – nämlich das kurdische Einflussgebiet südlich der türkischen Grenze einzudämmen, die Entstehung eines kurdischen de facto -Regimes zu verhindern und den eigenen Einflussbereich auszuweiten – gehen über ein strikt am Gedanken der Selbstverteidigung ausgerichtetes militä- risches Handeln hinaus , da sie zu einer dauerhaften Veränderung von Strukturen und Einfluss- zonen auf fremdem Staatsterritorium führen können. Darauf deutet das taktische Vorgehen der türkischen Streitkräfte im Hinblick auf die beabsichtigte (bzw. bevorstehende) Einnahme bzw. Belagerung der nordsyrischen Stadt Afrîn hin. Angesichts der bestehenden Zweifel am Vorliegen einer Selbstverteidigungslage nach Art. 51 VN-Charta sowie am verhältnismäßigen Vorgehen der türkischen Streitkräfte in Nordsyrien steht die Berufung der Türkei auf das Selbstverteidigungsrecht auf ausgesprochen „tönernden“ Füßen . Den NATO-Bündnispartnern würde es nun obliegen, das NATO-Mitglied Türkei z.B. im Rahmen von NATO-Konsultationen nach Art. 4 NATO-Vertrag aufzufordern, triftige Beweise für das Vorliegen einer Selbstverteidigungslage nach Art. 51 VN-Charta beizubringen und von einer Weiterverfolgung der militärstrategischen Ziele in Nordsyrien Abstand zu nehmen. In diesem Zusammenhang könnte die Türkei an ihre Verpflichtung aus Art. 1 NATO-Vertrag erinnert wer- den, sich in ihren internationalen Beziehungen jeder Gewaltanwendung zu enthalten, die mit den Zielen der Vereinten Nationen nicht vereinbar sind.“

Der Deutsche Bundestag am 1.2.2018:

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2018/kw05-de-aktuelle-stunde-tuerkei-syrien/541212

 

…. und hier der konstruktive Beitrag der Interims – Regierung diesen Landes dazu:

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/001/1900191.pdf

 

In Freiburg finden am Di, 27.2. und am Samstag, 3.3 um 16h Aktionen gegen den Angriffskrieg der Türkei gegen Rojava/Afrin statt

Am Dienstag gibt es eine Kundgebung, 16h am Platz  der Alten Synagoge. Die Demo dieser Woche ist am 3.3. um 16h, ebenfalls am Platz der Alten Synagoge.

Ihr könnt am Samstag allerdings auch nach Berlin:

Aufruf zur bundesweiten Großdemonstration
in Berlin am 3. März 2018

Gemeinsam gegen die türkischen Angriffe auf Afrin!

Bundesweite Großdemo am 3. März 2018 in Berlin, Alexanderplatz, 12:00 Uhr.Seit dem 20. Januar 2018 greift das türkische Militär gemeinsam mit salafistischen bzw. dschihadistischen Gruppierungen das Gebiet Afrin in Rojava/Nordsyrien an. KurdInnen muslimischen, alevitischen und ezidischen Glaubens stellen die Bevölkerungsmehrheit Afrins. Darüber hinaus ist es Heimat christlicher AssyrerInnen und syrischer AraberInnen sowie vereinzelt ArmenierInnen. Die Stadt Afrin mit ihren umliegenden Dörfern im äußersten Nordwesten Syriens konnte seit Beginn des Kriegs trotz wiederholter Angriffe durch die Nusra-Front, den Islamischen Staat (IS) oder andere islamistische Gruppen sowie das türkische Militär relative Stabilität und den Frieden bewahren. Mehr noch wurde Afrin v.a. ab 2015 für Hunderttausende Binnenflüchtlinge aus Aleppo und den umliegenden Gebieten trotz Embargo und Isolation ein sicherer Hafen. Bis jetzt. Denn die türkische Armee und verbündete Salafisten bzw. Dschihadisten unter dem Label der Freien Syrischen Armee (FSA) greifen momentan nicht nur Flüchtlinge gezielt an, sondern verursachen auch neue Fluchtbewegungen.

Bei den vom türkischen Militär geführten Angriffen vom Boden und aus der Luft sind bis dato [Stand: 6. Februar 2018] 148 ZivilistInnen, darunter 17 Kinder, getötet worden. Die Zahl der Verwundeten liegt momentan bei 365. Bei einem großen Teil dieser zivilen Opfer handelt es sich um syrische Binnenflüchtlinge. Gezielt werden zivile Wohngebiete mit Artillerie und aus der Luft bombardiert, ganze Dörfer dem Erdboden gleichgemacht und systematisch Infrastruktur, wie Wasseraufbereitungsanlagen, zerstört. Videoaufnahmen belegen Kriegsverbrechen wie die Leichenschändung der YPJ-Kämpferin Barin Kobane als auch Folter und Misshandlung von gefangenen KämpferInnen der kurdischen Volksverteidigungseinheiten und verschleppten ZivilistInnen.

Das türkische Militär führt gemeinsam mit Islamisten, die sich dem Label FSA bedienen, einen Angriffskrieg gegen ein Gebiet, das innerhalb der syrischen Staatsgrenzen liegt. Der türkische Überfall mit dem Ziel, Afrin zu besetzen und ethnische Säuberungen durchzuführen, stellt einen klaren Völkerrechtsbruch dar und muss auch so benannt und verurteilt werden. Hinzu kommt, dass der NATO-Partner Türkei und seine islamistischen Verbündeten diese Verbrechen mit deutschen Leopard-II-Panzern und Waffen begehen. Mit diesen Waffen aus deutscher Produktion wird nicht nur die Zivilbevölkerung bekämpft, sondern auch jene Frauen und Männer, die aufopferungsvoll den IS in ihrer Hochburg Rakka, in Kobanê und anderen Orten besiegt und somit auch unsere Sicherheit in Deutschland verteidigt haben.

Afrin ist eines der drei demokratisch selbstverwalteten Gebiete, die die Demokratische Föderation Nordsyrien umfasst. Seit 2012 wird hier das Projekt des Demokratischen Konföderalismus trotz Krieg und Embargo aufgebaut. Dieses strebt die gleichberechtigte Selbstverwaltung und demokratische Selbstbestimmung von Ethnien, Religionen und Geschlechtern an. Unter der Führung von Frauen findet ein Aufbruch statt, der für die gesamte Region richtungsweisend sein und ein Lösungsmodell für jahrzehntealte Konflikte darstellen kann. Dieses Projekt, das Hoffnung auf ein friedliches und demokratisches Syrien macht und einen positiven Effekt auf die gesamte Region haben kann, verdient unsere Unterstützung. Die türkischen Angriffe jedoch unterhöhlen die Chance auf eine baldige Lösung im syrischen Konflikt, sie destabilisieren die gesamte Region weiter, führen zu noch mehr Leid und Flucht. Vor allem die verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen in Afrin sind ernsthaft mit der Gefahr eines Völkermords konfrontiert.

In der Türkei selbst werden alle Menschen, die sich gegen diesen Krieg und für Frieden aussprechen, als Terrorist und Vaterlandsverräter abgestempelt. Bisher sind mehr als 600 Menschen in der Türkei verhaftet worden, weil sie sich öffentlich oder auf sozialen Medien gegen den Angriffskrieg auf Afrin ausgesprochen haben. Auch deshalb ist es von großer Bedeutung, dass wir unsere Stimme gegen Erdogans Krieg erheben.

Als Bündnis für Demokratie und Frieden in Afrin rufen wir zur breiten Solidarität auf und fordern von der Bundesregierung:

  1. Sofortige Maßnahmen, insbesondere auch auf UNO-, EU- und NATO-Ebene, für die Beendigung des völkerrechtswidrigen Angriffs des türkischen Militärs auf Afrin
  2. Sofortiges Ende deutscher Rüstungsexporte in die Türkei und sonstige autokratische Regime
  3. Politischen und diplomatischen Einsatz für die Wiederaufnahme der 2015 abgebrochenen kurdisch-türkischen Friedensgespräche
  4. Die Anerkennung der Demokratischen Föderation Nordsyrien und Unterstützung der demokratischen Selbstverwaltungen
  5. Humanitäre Hilfe für den Kanton Afrin, insbesondere für Verwundete und Flüchtlinge

Um unseren Forderungen Nachdruck zur verleihen, rufen wir dazu auf, gemeinsam für Demokratie und Frieden in Afrin auf die Straße zu gehen und gegen die türkische Aggression zu protestieren. Alle demokratischen Institutionen und Verbände, Anti-Kriegs-, Ökologie- und Frauenbewegungen, Gewerkschaften sowie Einzelpersonen sind eingeladen, unseren Aufruf zu unterstützen und zu verbreiten.

Bündnis für Demokratie und Frieden in Afrin

Auf die Strasse „Gegen den Krieg in Afrin“, Veranstaltungen vom 13.2- 20.2

 

Dienstag, 13.2. 16h Platz der Alten Synagoge 
Mittwoch, 14.2. 16h Augustinerplatz
Donnerstag, 15.02. 16h Demo von  der Badischen Zeitung  zu Litef
Der Aufruf der YXK Freiburg:
"Auf die Straße gegen die Beteiligung am völkerrechtswidrigen Krieg gegen
Afrin und Waffenexporte der BRD.

Liebe Freiburger_innen, liebe Genoss_innen,

am Donnerstag den 15.02.2018 wollen wir ab 16 Uhr vor der Badischen
Zeitung und dem Rüstungsunternehmen Northrop Grumman LITEF GmbH
protestieren.Wir laden euch herzlich dazu ein.

Seit dem 20. Januar wird das nordsyrische Gebiet Afrin von der
türkischen Armee angegriffen. Die Menschen in Afrin versuchen in mitten
von Krieg und Terror, ein basisdemokratisches System, unter Beteiligung
multiethnischer Bevölkerungen, Menschen verschiedenster Religionen und
verschiedenen Geschlechts aufzubauen. Afrin war ein sicherer Ort für
viele, die vor dem syrischen Bürgerkrieg fliehen mussten. Aufgrund der
Angriffe sind mehr als 20.000 Menschen auf der Flucht.

Auch die Bundesrepublik ist an diesem völkerrechtswidrigen Krieg
beteiligt. Täglich gehen Bilder von deutschen Panzern und Schusswaffen
durch die Welt, welche in diesem Krieg eingesetzt werden. Profiteure von
diesem Krieg sind insbesondere deutsche Rüstungsunternehmen. So z.B.
Rheinmetall, oder die Freiburger Firma Northrop Grumman LITEF GmbH
(Lörracherstraße). LITEF baut „Hybride Navigationssysteme,
Stabilisierungs- und Referenzsysteme sowie Fahrzeugelektronik für
Heeresanwendungen“. Unter anderem für den Leopard 2 Panzer. Diese Waffen
sind einer der Gründe für weltweite Fluchtbewegungen. Es wird Zeit, dass
wir uns intensiv für die Beendigung von Waffenexporten einsetzen.

Währenddessen werden in Deutschland kurdische Aktivist_innen oder
solidarische Personen kriminalisiert. Das Zeigen von Symbolen der
kurdischen Bewegung wurde verboten. Es gab Hausdurchsuchungen und
Strafbefehle für Facebookposts. Diese Bewegung, hat in den letzten
Jahren viele Teile Nordsyriens vom islamistischen Terror befreit. Unsere
Solidarität muss ihnen gelten.

Während in der Türkei über 150 Journalist_innen im Gefängnis sitzen,
mehr als 100 Zeitungen, Radio- und Fernsehsender geschlossen wurden, ist
die deutsche Mainstream-Presse bisher fleißig im kopieren türkischer
Staatsmedien. Die seit zwei Wochen stattfindenden Proteste gegen diesen
Krieg werden von ihr ignoriert.

Deshalb haben wir entschieden, dass wir nicht auf die Presse warten,
sondern direkt vor ihrer Tür stehen werden. Es ist unsere Verantwortung
gegen das Kriegstreiben vorzugehen. Nur gemeinsam können wir den
politischen Druck erhöhen um die Beziehungen zur Türkei zu verändern.
„Fluchtursachen bekämpfen" bedeutet auch sich dafür einzusetzen, dass
Orte wie Afrin sicher bleiben!


Wir laden euch ein, gemeinsam mit uns auf die Straße zu gehen."
Krieg beginnt hier! Beenden wir ihn hier!

Auf die Straße, gegen die Beteiligung am völkerrechtswidrigen Krieg gegen Afrin und Waffenexporte der BRD

bislang bekannte Veranstaltungen gegen den Angriffskrieg der Türkei in Afrin:
Montag 5.2. 16h Kundgebung Rathausplatz
Mittwoch, 7.2. 16h Menschenkette Platz der alten Synagoge 
Donnerstag, 8.2. 16h Kundgebung vorm dem SWR Kartäuserstrasse
Freitag, 9.2. 16h Demo Platz der Alten Synagoge
Samstag, 10.2. 16h Kundgebung Augustiner Platz


Liebe Freiburger_innen, von der  Initiative gegen Krieg Freiburg haben wir folgende 
Einladung bekommen:

"am Donnerstag den 08.02.2018 wollen wir ab 16 Uhr vor dem SWR Gebäude
(Kartäuserstraße) protestieren.
Wir laden euch herzlich dazu ein.

Seit dem 20. Januar wird das nordsyrische Gebiet Afrin von der
türkischen Armee angegriffen. Die Menschen in Afrin versuchen in mitten
von Krieg und Terror, ein basisdemokratisches System, unter Beteiligung
multiethnischer Bevölkerungen, Menschen verschiedenster Religionen und
verschiedenen Geschlechts aufzubauen. Afrin war ein sicherer Ort für
viele, die vor dem syrischen Bürgerkrieg fliehen mussten. Aufgrund der
Angriffe sind mehr als 20.000 Menschen auf der Flucht. 

Auch die Bundesrepublik ist an diesem völkerrechtswidrigen Krieg
beteiligt. Täglich gehen Bilder von deutschen Panzern und Schusswaffen
durch die Welt, welche in diesem Krieg eingesetzt werden. Profiteure von
diesem Krieg sind insbesondere deutsche Rüstungsunternehmen. So z.B.
Rheinmetall, oder die Freiburger Firma Northrop Grumman LITEF GmbH
(Lörracherstraße). LITEF baut „Hybride Navigationssysteme,
Stabilisierungs- und Referenzsysteme sowie Fahrzeugelektronik für
Heeres-anwendungen“. Unter anderem für den Leopard 2 Panzer. Diese
Waffen sind einer der Gründe für weltweite Fluchtbewegungen. Es wird
Zeit, dass wir uns intensiv für die Beendigung von Waffenexporten
einsetzen.

Währenddessen werden in Deutschland kurdische Aktivist_innen oder
solidarische Personen kriminalisiert. Das Zeigen von Symbolen der
kurdischen Bewegung wurde verboten. Es gab Hausdurchsuchungen und 
Strafbefehle für Facebookposts. Diese Bewegung, hat in den letzten
Jahren viele Teile Nordsyriens vom islamistischen Terror befreit. Unsere
Solidarität muss ihnen gelten.

Während in der Türkei über 150 Journalist_innen im Gefängnis sitzen,
mehr als 100 Zeitungen, Radio- und Fernsehsender geschlossen wurden, ist
die deutsche Mainstream-Presse bisher fleißig im kopieren türkischer
Staatsmedien. Die seit zwei Wochen stattfindenden Proteste gegen diesen
Krieg werden von ihr ignoriert. Deshalb haben wir entschieden, dass wir
nicht auf die Presse warten, sondern direkt vor ihrer Tür stehen werden.
Wir fordern eine unabhängige und kritische Berichterstattung! Wir
erwarten, dass die Anliegen Freiburger Bürgerinnen und Bürger ernst
genommen werden! Wir erwarten, dass sie sich endlich gegen den Kurs der
Bundesregierung und für ihre inhaftierten Kolleg_innen in der Türkei
positionieren!

Es ist unsere Verantwortung gegen das Kriegstreiben vorzugehen. Nur
gemeinsam können wir den politischen Druck erhöhen um die Beziehungen
zur Türkei zu verändern. „Fluchtursachen bekämpfen" bedeutet auch sich
dafür einzusetzen, dass Orte wie Afrin sicher bleiben!

Wir laden euch ein, gemeinsam mit uns auf die Straße zu gehen.
Krieg beginnt hier! Beenden wir ihn hier!


Donnerstag 08.02.2018 | 16 Uhr | SWR (Kartäuserstraße)"
Alle weiteren Termine auf www.kusofr.wordpress.com


Initiative gegen Krieg Freiburg

Landesweite Demo Stuttgart, um 15.00 Uhr, Lautenschlagerstraße „Die Frauenrevolution in Efrîn verteidigen!“

Im folgenden der Aufruf von Ceni:

„Vor zwei Wochen hat das türkische Militär mit Hilfe verbündeter islamistischer Milizen einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf Efrîn, den westlichen Kanton Rojavas in Nordsyrien, begonnen. Efrîn war lange Zeit eines der sichersten Gebiete in Syrien. Hierhin waren Hunderttausende Menschen vor dem Krieg aus anderen Regionen geflohen und wurden von der Bevölkerung Efrîns aufgenommen.

Der Angriff auf Efrîn ist ein Angriff patriarchaler Kräfte

Europäische Regierungen und Institutionen, die dazu geschaffen wurden, eine Wiederholung der Gräueltaten des zweiten Weltkriegs zu verhindern, schweigen zur Besatzung Efrîns oder sorgen sich, anstatt zu kritisieren. Denn sie sind Teil der patriarchalen Ordnung, die ihre Schwäche mit Bomben, Kriegen, Verträgen und Abkommen zu überspielen sucht. Sie haben kein Interesse daran, ihre Vormachtstellung abzugeben, Kriege und Unterdrückung zu beenden. Denn das hieße Macht und Reichtum mit denen zu teilen, von denen sie vorher gestohlen haben. Der Angriff auf Efrîn ist ein Angriff patriarchaler Kräfte auf jene Frauen, die sich ihnen nicht länger unterwerfen! Ein Angriff auf Frauen, die ihren Willen zur Freiheit und den Glauben an sich selbst wieder gefunden haben. Frauen, die lieber sterben, als sich irgendwelchen Machthabenden zu unterwerfen.

Keine militärische Aggression gegen die Türkei aus Efrîn

Erdoğan begründet seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg mit der angeblichen Gefahr, die von Efrîn ausgehe. Doch von Efrîn ging nie eine militärische Aggression gegen die Türkei aus. Die wirkliche Gefahr, die von Efrîn ausgeht, ist die, dass dort Menschen ihrem Traum von einem freien Leben folgen! Der Angriff auf Efrîn ist auch ein Angriff auf unsere Träume und Hoffnungen. Was wir hier nicht einmal mehr zu träumen wagten, ist in Efrîn und der Demokratischen Föderation Nordsyriens Wirklichkeit geworden. Sie bauen gesellschaftliche Strukturen auf, in denen die verschiedenen Kulturen friedlich zusammenleben können und Frauen sich durch eine selbstbestimmte, autonome Organisierung aus ihrer Unterdrückung befreien.

Der Kampf der Frauen von Efrîn ist auch unser Kampf

Lasst uns alle gemeinsam wie die Menschen in Efrîn aufstehen und das scheinbar Unmögliche wagen! Lasst uns über uns selbst hinaus wachsen und die Revolution von Rojava auch hier zum Erblühen bringen! Wir rufen alle Frauen dieser Erde, Feministinnen, Demokrat*innen, Menschenrechtsverteidiger*innen und alle antipatriarchalen, antikapitalistischen, antiimperialistischen Kräfte auf, diesen Kampf gegen Vertuschung, Faschismus und Feminizid zu unterstützen und sich an den Demonstrationen am 3. Februar mit der eigenen Farbe, eigenen Transparenten und Ideen zu beteiligen.“

Aktionen gegen den Krieg in Afrin, vom 30.1. -2.2 in Freiburg

30.1. Dienstag Kundgebung am Platz der Alten Synagoge 16h

31.1., Mittwoch, Menschenkette am Rathausplatz, 16h

1.2. Donnerstag, Kundgebung am Rathausplatz, 16h

2.2. Freitag, Demo am Rathausplatz, 16h

Ein gutes Interview zur aktuellen Entwicklung in Afrin findet ihr bei Perspektive Online

Eine feine Aktion gegen das Schweigen der bürgerlichen Medien in Freiburg über den Krieg in Afrin  ist auf indymedia  veröffentlicht.