Lesung Abdullah Öcalan:Die kapitalistische Zivilisation Unmaskierte Götter und nackte Könige

mit dem Übersetzer Reimar Heider
Mit diesem zweiten Band schließt Öcalan seine Analyse der Zivilisation ab und zieht radikale Schlussfolgerungen. Ausgehend von den Analysen Fernand Braudels kritisiert Öcalan den Kapitalismus als eine unnötige Verirrung, die niemals fortschrittliches Potenzial besaß, sondern die Gesellschaft im Inneren zerstört. Seine aktuelle Form, die kapitalistische Moderne, beschreibt er als Dreiecksbeziehung von Kapitalismus, Industrialismus und Nationalstaat.
Das Manifest der demokratischen Zivilisation, Band II ist am 21. März 2019 im Unrast Verlag erschienen.
Reimar Heider von der Internationalen Initiative “Freiheit für Abdullah Öcalan – Frieden in Kurdistan” und Übersetzer des Buches wird das Buch vorstellen.

Kurdische VoKü ab 19h – Buchvorstellung 20h15
Susi – Treff, Vauban – Allee 2
Freitag, 3. Mai

»Öcalan ist ein Gefangener, der zum Mythos wird: wie Mandela im zwanzigsten Jahrhundert, so er im einundzwanzigsten. Er drückt eine Reihe von Konzepten aus, die im einundzwanzigsten Jahrhundert zunehmend zu Bausteinen für die politische Konstruktion einer neuen Welt werden.« – Antonio Negri

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Kurdische VoKü im SUSI – Treff Freitag, 1.2.19, ab 18h

Perspektive: Frieden in Rojava

Im Norden Syriens haben sich in den letzten Jahren viele hoffnungsvolle Versuche entwickelt, die Gesellschaft neu zu organisieren. Und das in ständiger Präsenz von Krieg und Zerstörung. Diese Versuche stellen für viele Menschen, welche sich für eine ökologische, antipatriarchale, multiethnische und multiweltanschauliche Lebensweise auf basisdemokratischer Grundlage einsetzen, ein Hoffnungsschimmer dar.
Die Androhung Erdogans, in dieses Gebiet einzumarschieren stellt eine Kriegserklärung dar – je näher die Lokalwahlen im März kommen, desto lauter wird sein Säbelrasseln.

Es erreichen uns jeden Tag neue, schwer interpretierbare Nachrichten von einem bevorstehenden Angriff durch die türkische Armee und ihrer dschihadistischen Satelittentruppen.

Wir wollen über die letzten Entwicklungen informieren und diskutieren aber auch gemeinsame Perspektiven für den Widerstand gegen die drohende Besatzung entwickeln, bevor es zu spät ist.

Isolation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit – Demo Samstag, 16h Platz der Alten Synagoge

Isolation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Ich bin ein Mitglied dieser Gesellschaft. Ich beginne einen unbefristeten Hungerstreik, um gegen die Isolation von Herrn Öcalan zu protestieren. Ich werde mich ab sofort nicht mehr vor Gericht verteidigen. Heute wird die Politik der Isolation gegen Abdullah Öcalan nicht nur ihm auferlegt, sondern in seiner Person einer ganzen Gesellschaft“ (Leyla Güven, 7.11.2018)

Mittlerweile ist der 75. Tag des Hungerstreiks von Leyla Güven, HDP – Abgeordnete in der Türkei, inhaftiert wegen ihrer Verurteilung der völkerrechtswidrigen Besetzung von Afrin/ Rojava seit letztem Jahr. Ihr Gesundheitszustand ist lebensbedrohlich – sie kann nicht mehr sprechen und trinken, hat Seh- und Konzentrationsstörungen, leidet an Licht- und Geräuschempfindlichkeit.

Die Zwangsisolation Öcalans steht beispielhaft für die aktive Ausgrenzung der kurdischen Bewegung in allen Bereichen der Gesellschaft: bei den Gesprächen zur Nachkriegsordnung in Syrien wird die kurdische Bewegung nicht eingeladen. Selahatin Demirtaş, Ex – Kovorsitzender der HDP ist in der Türkei ohne Anklageschrift seit 2 Jahren inhaftiert – der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat seine sofortige Freilassung gefordert – dies wird ignoriert. Die Bundesregierung spricht vorneherum von einem Stop der Waffenlieferungen an die Türkei – hintenherum wird der Export verdreifacht. Der Wunsch nach Frieden -er wird ignoriert.

In deutschen Medien ist so gut wie nichts von der Isolation, dem Hungerstreik zu erfahren.

Was wäre, wenn z.B. Cem Özdemir, Katja Kipping oder Christian Lindner sich zu Tode fasten – und niemand darüber berichten würde?

Heute wird die Politik der Isolation gegen Abdullah Öcalan nicht nur ihm auferlegt, sondern in seiner Person einer ganzen Gesellschaft.“

Dem Brechen der Zwangsisolation kommt die Bedeutung eines Beginns der Begegnung, der Menschlichkeit zu. In Strassburg sind seit 17. Dezember 2018 ebenfalls kurdische und solidarische Menschen dem Hungerstreik beigetreten – ebenso, viele politische Gefangene in der Türkei. In Freiburg werden ab Freitag, den 25.1.2018 ab 17h Menschen solidarisch am Hungerstreik teilnehmen.

Ihr könnt eure Solidarität zeigen:

Besucht die Hungerstreikenden in Straßburg (7, rue de la brogue, 67000 Strasburg)

Besucht die Hungerstreikenden in Freiburg (Kurdisches demokratisches Gesellschaftszentrum – Karlsruher Straße 50).

Demo, Samstag, 16h Platz der Alten Synagoge

Solidarität mit Leyla Güven – Aufhebung der Isolationshaft von Abdullah Öcalan“

Beitrag gegen das neue Polizeigesetz BaWü am 12.1.

Liebe GenossInnen, liebe PassantInnen,

im Namen des kurdischen Solidaritätskomittes heiße ich euch willkommen und danke euch für den starken Ausdruck der Solidarität den wir heute gemeinsam zeigen!

Zunächst möchte ich von hier aus Grüße an die Genossinnen und Genossen, welche heute zum Gedenken an die drei kurdischen Frauen Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez in Paris demonstrieren, senden. Am 9. Januar 2013 wurden sie in den Räumen des Kurdischen Informationsbüros in der Nähe des Pariser Nordbahnhofs ermordet. Sakine Cansız und die zwei Genossinnen waren wichtige Persönlichkeiten der kurdischen Befreiungsbewegung.  Sechs Jahre später ist der Mord vor Gericht nach wie vor ungeklärt – vieles deutet auf eine Verwicklung des türkischen Geheimdienstes MIT hin.

Desweiteren gilt unserere Solidarität Leyla Güven. Sie befindet sich seit 66 Tagen im Hungerstreik, ihr Gesundheits- Zustand ist sehr kritisch. Die deutschen Mainstream-Medien berichten so gut wie nicht über Anlass und Ziel dieses Hungerstreiks.

Leyla Güven ist Ko-Vorsitzende des DTK (Demokratischer Gesellschaftskongress), HDP-Abgeordnete (Demokratische Partei der Völker) und war auch Bürgermeisterin. Sie wurde am 22. Januar 2018 wegen ihrer Kritik an der Invasion der türkischen Armee gegen Afrin festgenommen. Bei der dritten Anhörung ihres Falles vor einem Gericht in Diyarbakir am 7. November sagte Leyla Güven: „Heute wird die Politik der Isolation gegen Abdullah Öcalan nicht nur ihm auferlegt, sondern in seiner Person einer ganzen Gesellschaft. Isolation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Ich bin ein Mitglied dieser Gesellschaft. Ich beginne einen unbefristeten Hungerstreik, um gegen die Isolation von Herrn Öcalan zu protestieren. Ich werde mich ab sofort nicht mehr vor Gericht verteidigen. Ich werde weiter protestieren, bis die Justiz ihre rechtswidrigen Entscheidungen beendet hat und diese Isolationspolitik beendet ist.“

„Beitrag gegen das neue Polizeigesetz BaWü am 12.1.“ weiterlesen

Pressemitteilung des Kurdisch – demokratischen Gesellschaftszentrums Freiburg zu den Vergewaltigungen Ende Oktober in Freiburg

„Als kurdisches demokratisches Gesellschaftszentrum Freiburg e.V. verurteilen wir ausdrücklich die abscheuliche Vergewaltigung, welche in Freiburg Ende Oktober 2018 statt fand. Wir sind entsetzt, dass dies passieren konnte. Solche Taten sind zu verurteilen, unabhängig von ethnischen, religiösen oder weltanschaulichen Hintergründen der Täter.

In unserem Verein ist die Würde und Autonomie von Frauen ein erklärter Grundsatz. Jegliches Vergehen dagegen hat einen Ausschluss zur Folge.

Es ist mit unserer emanzipatorischen Lebensanschauung in keiner Weise vereinbar, Vergewaltigungen jeglicher Art – sei es wie in Freiburg im Rahmen eines Discobesuchs – aber auch im Rahmen von Kinderehen, patriarchaler Gewalt in Familien oder Polygamie zu tolerieren.

„Pressemitteilung des Kurdisch – demokratischen Gesellschaftszentrums Freiburg zu den Vergewaltigungen Ende Oktober in Freiburg“ weiterlesen

Erdogan NOT welcome! Demo am Mittwoch, 26.9., 18h30 Freiburg Platz der Alten Synagoge

Erdogan NOT welcome!

Ein Diktator kommt nach Berlin und wird mit allen Ehren empfangen. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wird Ende September erneut um deutsche Unterstützung für seine Kriegspolitik bitten. Es ist abzusehen, dass auch dieses Mal Waffenverkäufe abgesegnet, Kredite zugesagt und Investitionen in der Türkei vereinbart werden. Der Besuch des deutschen Wirtschaftsministers samt 80-köpfiger Entourage Ende Oktober in der Türkei passt da ins Bild. Der Besuch Erdogans in Berlin wird Anlass zum Protest für all diejenigen sein, die sich in Deutschland und der Türkei für Demokratie, Freiheit und Frieden einsetzen.

Die Liste der Verbrechen des Erdogan-Regimes ist lang. Heute sitzen tausende HDP-Mitglieder in der Türkei in Haft, gemeinsam mit hunderten Journalistinnen und Journalisten sowie zehntausenden anderen politischen Aktivistinnen und Aktivisten. Im Südosten der Türkei werden tagtäglich Ausgangssperren verhängt, Kundgebungen oder Demonstrationen verboten und Militäroperationen durchgeführt. Hunderttausende Menschen befinden sich vor den andauernden Militäroperationen auf der Flucht. Städte wie Nusaybin oder Cizir sind größtenteils zerstört. Auch die Bevölkerung Nordsyriens und des Nordiraks leidet unter der diktatorischen Politik Erdogans. In beiden Nachbarländern führt die türkische Armee Besatzungsoperationen durch. Der Krieg in Afrin aber auch die tagtäglichen Angriffe der türkischen Armee auf den Nordirak sind die jüngsten Beispiele dafür.

Auch hier in Deutschland leiden wir unter der diktatorischen Politik Erdogans. Der türkische Geheimdienst MIT bedroht hier zu Lande politische Aktivistinnen und Aktivisten mit dem Tod. Die DITIB verbreitet in ihren knapp 1000 Moscheen nationalistische Kriegspropaganda und schreckt dabei selbst vor der Indoktrinierung von Kindern nicht zurück. Der Lobbyverband UETD stellt Kontakte zwischen der AKP-Regierung und kriminellen Banden wie der Osmanen Germania her, die offen mit Gewalt gegen Kritikerinnen und Kritiker des ErdoganRegimes in Deutschland drohen. All dies ist ein weiteres Indiz dafür, dass die deutsche Bundesregierung die repressive Politik des türkischen Regimes billigt bzw. unterstützt. Sie beteiligt sich damit direkt am Angriff auf Menschen, die sich für die Demokratie einsetzen. Ob in der Türkei oder hier in Deutschland. Unseren Protest gegen den patriarchalen Herrscher Erdogan verstehen wir damit auch als Protest gegen den zunehmenden Rechtsruck hier in Deutschland.

Am 28. und 29. September werden wir als Demokratinnen und Demokraten in Berlin unserem Protest gegen den Staatsbesuch des Diktators Erdogans Ausdruck verleihen. Wir akzeptieren nicht, dass die deutsche Bundesregierung in unserem Namen einen Diktator willkommen heißt und seine Politik damit legitimiert. Das wollen und können wir nicht mit unserem Gewissen vereinbaren. Wir werden Erdogan und der deutschen Bundesregierung Ende September zeigen, dass Diktatoren ihren Tee nicht in Berlin, sondern vor dem internationalen Strafgerichtshof in Den Haag trinken. Wir laden alle Demokratinnen und Demokraten in Deutschland ein, Ende September mit uns auf die Straße zu gehen, in Freiburg am 26. in Berlin am 29. Der Diktator Erdogan und seine Freunde in der deutschen Bundesregierung werden von uns allen klar und deutlich zu hören bekommen: Ticket nach Den Haag statt Tee in Berlin!

Den Flyer könnt ihr  hier  herunterladen.

Ihre Freiheit ist auch unsere Freiheit – Mahnwache am 3. August in Freiburg

Mahnwache am 3.8.2018, 18h Platz der Alten Synagoge, Freiburg
Anlässlich des inzwischen vierten Jahrestages, gedenken wir mit großem Respekt den Opfern des noch andauernden Genozids und Feminizids an den EzidInnen vom 3.8.2014 in der Shengal Region durch den sog. IS und seine Verbündeten. Wir erinnern an die verschleppten Frauen und Kinder, von denen noch immer jegliche Spur fehlt und begrüßen gleichzeitig den heldinnenhaften Widerstand der Frauenverteidigungseinheiten YPJ. Wir machen erneut deutlich, dass wir die verschleppten Frauen und Kinder niemals vergessen werden. Wir werden uns weiterhin für ihre Freiheit einsetzen. Denn die Freiheit der Frauen und Kinder in Shengal ist die Freiheit der Menschheit.

Kurdische Vokü am 4.5.18 im SUSI-Treff

  • Essen ab 18 Uhr 30 (leckeres Buffet)
  • Austausch und Informationen
  • ab 19.30 Uhr Vortrag zum 1. Mai in der Türkei und Widerstand der Gewerkschaften

Der Erlös der Vokü geht direkt an Familien in Cizre, deren Lebensgrundlage 2015 durch das türkische Militär zerstört wurde. Mehr Informationen vor Ort.

Wo? SUSI, Haus A, Seiteneingang, Vaubanallee 2, 79100 Freiburg

Es freut sich auf Euch

Frauengruppe des Kurdisch Alevitischen Vereins und Solikomitee Freiburg

Hasankeyf – Sur – Aktionstag am 28.4. in Freiburg ab 15h auf dem Augustinerplatz

Wasser und Energie. die neuen Machtmittel in Hasankeyf und anderswo

Am 28.4.2018 ist der internationale Hasankeyf – Sur – Aktionstag. Unter dem Motto: „Wasser und Energie. die neuen Machtmittel in Hasankeyf und anderswo“ finden sich auch In Freiburg am Samstag, den 28.4. ab 15h Infostände auf dem Augustiner Platz.

Hasankeyf, eine seit 12.000 Jahren besiedelte Stadt in Nordkurdistan steht als Symbol für den Widerstand gegen das Ilisu–Staudamm–Projekt der türkischen Regierung. Das Ilisu-Projekt am Fluss des Tigris ist das zweit größte Staumdammprojekt der türkischen Regierung, dessen Fertigstellung voraussichtlich zwischen August und Ende diesen Jahres geplant ist. Initiiert wurde es 1997 und nimmt eine Schlüsselposition im Südostanatolien-Projekt (türk. Güneydoğu Anadolu Projesi; GAP) ein, welches hauptsächlich in dem mehrheitlich kurdisch bewohnten Südosten der Türkei umgesetzt wird. GAP besteht aus 22 großen Dämmen mit einer Kapazität von 8000 Megawatt pro Stunde. Geplant ist die Bewässerung von 1,8 Millionen Hektar Land. Das Ilisu-Projekt kostet zwei Milliarden Euro. Das Projekt würde mit seiner Höhe von 138 Meter den Tigris auf einer Länge von 136 Kilometer stauen und ein Gebiet von 313 Quadratkilometer überfluten. Das bringt massive Bedrohungen für die Natur als auch das Leben von 80.000 Menschen mit sich. Desweiteren wird das gezielte Zurückhalten des Wassers als Waffe im Krieg der Türkei gegen die Menschen in Nordsyrien und Nordirak eingesetzt: Die Felder vertrocknen, die lokale Energieerzeugung ist zerstört. Weltweit werden Energie und Wasser – z.B. durch Privatisierung als Machtmittel eingesetzt.

Druck auf internationale Firmen wie z.B. Andritz aus Österreich oder Bresser aus den Niederlanden können Hasankeyf noch retten. So gibt es z.B. unter https://www.oekologische-plattform.de/wp-content/uploads/2018/04/BresserErBu_Petition_DE.pdf eine Unterschriftenaktion. Das Hasankeyf noch nicht geflutet ist, ist auch dank des starken internationalen Widerstandes, welcher die Finanzierung durch deutsche Banken verhinderte möglich geworden.

Was aktuell geschieht und welche Tragweite die Verbrechen der türkischen Regierung haben, wird deutlich, wenn man das z.B. auf den Oberrhein überrträgt: Der Rhein würde gestaut, das Münster ab und in St. Peter wieder aufgebaut, die Winzer vom Kaiserstuhl mit Gelände im Hochschwarzwald zwangsentschädigt. Dann würde unabhängig von bestehenden Bauten oder der Existenzgrundlage von Menschen geflutet. Menschen, die in Herdern wohnen und nicht weichen wollen, würden mürbe gemacht, indem Teile des Rosskopf weggesprengt würden, „damit es bei der Flutung zu keinen Problemen kommt“. Wer bislang vom Tourismus in Freiburg lebte, könnte das ab sofort in St. Peter rund um das wiedererrrichtete Münster herum tun.

Landwirtschaftliche Gebiete jenseits des Dammes würden durch falsche Bewässerung versalzen, den Niederlanden wird die Versorgung mit Süßwasser abgeschnitten, wenn sie politisch nicht willfährig sind. Die Trinkwassergewinnung aus dem aufgestauten Rhein wäre nicht mehr möglich, da die Schadstoffkonzentration im Wasser ständig zunähme. Soweit unser „Planspiel“ – in dem Gebiet von Hasankeyf wäre dies leider die erschreckende Realität falls der Illisudamm seine Arbeit aufnimmt.

Großstaudämme haben eine  zu lange Geschichte weltweit – ob der Narmadastaudamm in Indien oder die Staudämme des Euphrat. Stets gab es lokalen Widerstand und eine breite Initiative für eine soziale und ökologische Wasserwirtschaft.

Wasser geht uns alle an – weltweit!

ANF Images

Sûr ist die Altstadt des antiken Amed (Diyarbakir) mit einer mindestens 7000 Jahre alten ununterbrochenen Besiedlung. Die Bevölerung von Sûr hat sich ab 2007 in rätedemokratischen Strukturen für mehr Demokratie und Frauenbefreiung organisiert. Als die AKP 2015 den Krieg gegen die kurdische Bevölkerung in der Osttürkei begann, wurden Sûr und andere selbstorganisierte Städte brutal angegriffen, große Teile zerstört.  Die Verbrechen des Militärs gegen die Menschlichkeit sind bis heute weder in der Türkei noch international von Gerichten untersucht geschweige denn verurteilt worden. Die größte Zerstörung der Gebäude in Sûr erfolgte jedoch nach Beendigung der bewaffneten Auseinandersetzungen ab März 2016. 25.000 Menschen sind zwangsvertrieben worden, ihre Häuser komplett abgerissen.

Liste von Regierungen, Unternehmen, internationalen Organisationen etc, die im Illisu – Projekt involviert sind, und an die ihr euren Protest richten können:

1.) Türkische Regierung

  • als Hauptverantwortlicher der Zerstörungen; insbesondere die Ministerien „Forst und Wassermanagement“ und „Umwelt und Städteplanung“, die hauptlich für den Ilisu Staudamm und die Zerstörung von Sur sind, und das „Tourismus- und Kulturministerium“, welches diese Zerstörungen absegnet.

2.) UNESCO und/oder die nationale UN Vertretung

  • in Eurem Staat bzw. Bundesland. Dies ist sinnvoll, da die UNESCO und die UN insgesamt zur Zerstörung der Welterbestätten Sur und „Antike Dörfer in Nordsyrien“ als auch Hasankeyf (welches 9 von 10 Unesco Kriterien erfüllt) schweigen.

3.) Österreichisches Unternehmen Andritz.

  • Nach dem Rückzug der europäischen Finanzierung 2009 hat Andritz die Anteile der anderen europäischen Firmen übernommen und ist Konsortialleiter des Ilisu Projektes. Die österreichischen Botschaften+Konsulate können  auch kritisiert werden, weil die österreichische Regierung nichts gegen die aktive Teilnahme von Andritz an Verbrechen gegen Natur, Kultur und Menschen getan hat.

4.) Das holländische Unternehmen Bresser,

  • welches bei der Versetzung des Zeynel Bey Mausoleum im Mai 2017 mit ihrem Fachwissen entscheidend mitgewirkt hat und momentan sehr wahrscheinlich an der Planung zur Versetzung von weiteren sechs Monumenten teilnimmt.

5.) Die türkischen Banken Akbank, Garantibank und Halkbank,

  • die für das Ilisu Projekt Kredite vergeben haben. Diese Banken haben auch in Europe Filialen und betreiben damit Geschäfte. Die spanische Bank BBVA, welche international viele Geschäfte betreibt und die Hälfte von Garantibank besitzt.

Zum #WorldAfrinDay am 24.3. gibt es um 16h am Rathausplatz Freiburg eine Demo

Wir unterstützen die Forderungen der Hungerstreikenden in Genf:

* Schließung des Luftraums über Afrîn,
* Entsendung von UN-Beobachtern,
* Hilfeleistungen für die Flüchtlinge durch das Rote Kreuz
* Rückkehr der Flüchtlinge unter Beobachtung der UN
* Rückgabe des geplünderten Eigentums
* Bildung einer UN-Kommission zur Untersuchung der seit zwei Monaten andauernden Rechtsverletzungen und Kriegsverbrechen in Afrîn
* Verhinderung der vom türkischen Staat angestrebten demografische Veränderung der Bevölkerungsstruktur in Afrîn

Türkei raus aus Afrin

Keine Waffen für die Türkei