Pressemitteilung des Kurdistan – Solidaritätskomitees Freiburg und des Kurdischen demokratischen Gesellschaftszentrums Freiburg zum Bombardement Rojavas und Shengals durch türkische Kampfjets

Wie in vielen anderen Städten in Deutschland protestierten heute abend mehrere hundert Menschen in Freiburgs Altstadt gegen das Bombardement von Rojava und Shengal durch türkische Kampfjets. Viele kurdische Zivilist*innen und Kämpfer*innen wurden bei diesem Angriff getötet und verletzt .

Die Teilnehmer*innen der Demonstration forderten das sofortige Ende des türkische Staatsterrors. Auch die Koalitionskräfte im Kampf gegen den IS dürfen nicht schweigen.

Rojava ist bekannt geworden durch die erfolgreiche Verteidigung Kobanes gegen den IS. Die Nordsyrische Demokratische Konföderation ist der einzige Ort im syrischen Bürgerkrieg, an dem Menschenrechte geachtet und umgesetzt werden. Es ist aber gleichzeitig weltweit eines der wenigen Gesellschaftssysteme, welches zum Ziel hat, auf basisdemokratischer Grundlage die Schranken von ethnischen und religiöser Grenzen zu überwinden. Die patriarchalen Strukturen mittelöstlicher Staaten werden allein in Rojava angegriffen und aufgelöst.

Shengal ist bekannt geworden durch den Genozid an Yezid*innen im August 2014. Die Kräfte der Selbstverteidigungseinheiten aus Rojava (YPG – YPS) waren die einzigen, die den fliehenden Yezid*innen einen Korridor freikämpften, der eine Flucht ermöglichte. Der Überfall des IS auf die Bevölkerung von Shengal führte zu einer Selbstorganisation und Selbstverteidung der Yezid*innen.

Beides, Rojava und Shengal sind dem türkischen Despoten ein Hindernis auf dem Weg zum großosmanischen Reich. Ein Krieg gegen die vorwiegend kurdische Bevölkerung dieser Gebiet war vorhersehbar: Die Türkei kämpft mit massiven wirtschaftlichen Schwierigkeiten und hat seit dem manipulierten Referendum von vor zwei Wochen auch massive Legitimationsprobleme im eigenen Land. Der Krieg nach außen ist ein leicht durchschaubares Ablenkmanöver von der inneren Krise.

Der Ko-Vorsitzende der PYD (Partei der Demokratischen Union) Muslim sagte, dass die Luftangriffe zum Ziel haben, den IS zu unterstützen. Deswegen müssten die (Anti-IS-)Koalitionskräfte laut Muslim ihre Haltung klarmachen.: “Sie (die türkischen Kampfflugzeuge) greifen eine Gesellschaft an, die gegen den Terror kämpft. Die Koalitionskräfte dürfen dazu nicht schweigen. Niemand sollte diesen Angriff akzeptieren.”

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