Redebeitrag des Kurdistan Solidaritätskomitees zur Friedensdemo Syrien am 31.1.2016

Rojava, das ist der vorwiegend von Kurd*innen bewohnte nördliche Teil Syriens und bedeutet Westkurdistan.
Wir sind hier, um unseren Willen zu einer friedlichen Lösung des Bürgerkrieges in Syrien auszudrücken. Viele schauen gespannt auf die Verhandlungen, die gerade in Genf im Gange sind.
Interessant ist dabei, welche Rolle Katar, Saudi-Arabien und die Türkei spielen: Mehr oder minder offen schüren sie den Krieg, füttern die Region mit Waffen. Die Türkei führt einen massiven Vernichtungskrieg gegen Kurd*innen in Syrien und im eigenen Land.  Diese Staaten versuchen versuchen vehement, Vertreter*innen Rojavas von den  Genfer Verhandlungen fernzuhalten. Die anderen an den Verhandlungen beteiligten Großmächte bedienen sich gerne der kurdischen Volksverteidungseinheiten YPG/YPJ – solange diese am Boden kämpfen. Bei den Gesprächen ist die Teilnahme von Vertreter*innen aus Rojava jedoch nur schwer durchsetzbar.
Warum? Was steht dahinter, wenn ausgerechnet die Vertreter*innen einer Partei, der es in all den brutalen Wirren des Bürgerkrieges gelungen ist, eine Region relativer Sicherheit, ein Gebiet in dem Menschenrechte geachtet, demokratische Werte in konsequnter Weise gelebt werden ausgeschlossen werden sollen?
Was zeichnet das Modell von Rojava gegenüber all den anderen Bürgerkriegsparteien aus – was zeichnet es so stark aus, dass die Regierung der Türkei vor diesem Modell mehr Angst hat als vor dem brutalen Regime des IS? Dass türkische Polizei und Militär schon jetzt, noch bevor das Modell von Rojava sich in die Türkei ausgedehnt hat, es mit allem bekämpft, was ihr zur Verfügung steht? Und warum wird in Deutschland solidarisches Engagemant für das emanzipative Gesellschaftsprojekt von Rojava kriminalisiert?
Das Modell von Rojava steht für
* Selbstverwaltung: Menschen wollen nicht länger leidtragende einer Politik sein, die über sie verhängt wird, Menschen wollen mit einem Rätesystem direkt Entscheidungen fällen und auch mit verantworten.
Rojava steht für
* Geschlechterparität: alle Gremien in den Verwaltungsstrukturen müssen zumindest mit 40% durch Frauen und auch mit 40% durch Männer besetzt sein – es sei denn, es handelt sich um Gremien, die explizit in ihrer Aufgabe die Geschlechterrolle zum Thema haben. Das Überwinden der traditionellen orientalischen Geschlechterrollen ist ausgesprochenes Ziel des Gesellschaftmodells in Rojava.
Ein weiteres Ziel ist es, die Multiethnizität der Region ernstzunehmen. Sie besitzt eine einzigartige kulturelle, ethnische und religiöse Vielfalt: Kurd*innen, Araber*innen, Turkmen*innen, Armenier*innen und Tschetschen*innen leben hier friedlich zusammen. Es wird versucht, die alte, von Überwachen und Strafen geprägte Kultur der Gewalt durch basisdemokratische Strukturen unter Einbeziehung aller ethnischen und religiösen Minderheiten zu ersetzen.
So gehört auch das tolerante Miteinander vieler religiöser Gruppen, Aramäer, Chaldäer, Yessiden, Sunniten, Schiiten und Alewiten zum Konzept Rojavas.
Trotz der allgegenwärtigen Zerstörung durch Angriffe des IS im letzten Jahr wird versucht, eine ökologische Landwirtschaft, überhaupt ein ökologisches und sozial gerechtes Wirtschaften zu etablieren.
Vieles, von dem hier vorgestellten ist auf dem Weg, vieles wird diskutiert, vieles wird gemacht.
Und insgesamt bleibt: in Rojava ist ein gesellschaftlicher Umbruch im Gang, der Menschen ermutigt ihr Leben im Zusammenhang mit anderen mündig zu gestalten.
Gerade im Jahr 2015 hat es viele Proteste gegen die Einschränkung der demokratischen Rechte und Freiheiten und die Bespitzelung durch die Geheimdienste, auch im Westen gegeben.
Dem steht in Rojava ein Gesellschaftsentwurf gegenüber, der sich für eine friedliche, basisdemokratische, multiethnische und multiweltanschauliche Gesellschaft einsetzt. Ein Gesellschaftsentwurf, der nicht versucht, emanzipatorische, freiheitliche Ansätze bei jeder Gelegenheit loszuwerden, wie es in der Türkei der Fall ist und in der EU täglich verstärkt wird.
In Rojava verwirklichen Menschen ein Zusammenleben, welches Modellcharakter für den gesamten Mittleren Osten und darüber hinaus haben kann.
Deshalb fordern wir:
– Bundeswehr raus aus Syrien und allen anderen Ländern
– Für einen humanitären Korridor nach Kobane und die völkerrechtliche Anerkennung von Rojava
– Keine Militärhilfe und andere Geldleistungen an das Erdogan-Regime
– für eine Delegation aus Rojava bei den Verhandlungen in Genf

Zum Schluss möchte ich noch von dieser Stelle aus solidarische Grüße in viele Landeshauptstädte Deutschlands schicken:
Tausende demonstrieren dort heute gegen die Belagerungspolitik und den Vernichtungskrieg des türksichen Regierungschefs Erdogan und seiner AKP gegen das kurdischen Volk. Wir rufen alle demokratischen Kräfte auf ihre Stimme gegen den schmutzigen und faschistischen Krieg gegen die Kurden in der Türkei zu erheben.
Danke.

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Mit jedem verstreichenden Tag, an dem dieser Krieg nicht gestoppt wird, gibt es weitere tote ZivilistInnen

ceniWie lang wollen Sie noch tatenlos zuschauen, einen Krieg gegen unbewaffnete ZivilistInnen tolerieren?

Sie wissen, dass Erdogan seit den manipulierten Parlamentswahlen im Juni 2015, bei denen die Demokratische Partei der Völker trotz allem 13 % der Stimmen bekam, Pogrome gegen diese Partei-Büros angezettelt hat!?

Sie wissen, dass Erdogan kurdische Städte mit Panzern, Wasserwerfern, Granatbeschuss und Scharfschützen beschießen läßt!?

Sie wissen, dass die Bilder vieler kurdischer Städte in der Türkei jetzt schon nicht mehr von denen in Syrien, dem Irak und dem Gaza zu unterscheiden sind!?

Sie wissen, dass seit Juli 2015 mehr als 200 ZivilistInnen – darunter 33 Kinder und 43 Frauen – getötet wurden !? Erdogans Behauptung zum Trotz, er würde einen Anti-Terror-Kampf gegen eine bewaffnete Guerilla führen!?

Sie wissen, dass in weiten Teilen der kurdischen Region eine wochenlange 24stündige Ausgangssperre herrscht!? Menschen, die ihre Häuser verlassen, um Lebensnotwendiges zu besorgen, oft von Scharfschützen erschossen werden!? Menschen auf der Straße verbluten, weil ihnen niemand zu Hilfe kommen kann!? Getötete Menschen nicht geborgen und beerdigt werden können!? Die Menschen in den Häusern oft kein Wasser und keine Lebensmittel mehr haben!? Strom und Telefonleitungen sowieso unterbrochen sind!?

Sie wissen, dass Erdogan die Häuser, die die Menschen nicht verlassen dürfen, mit Mörsergranaten beschießen läßt!?

Sie wissen, dass dieses Vorgehen Erdogans, das sogar von Abgeordneten der nationalistischen Partei als Genozid bezeichnet wird, von der EU und insbesondere von der Merkel-Regierung unterstützt wird!

Sie wissen, dass Gelder der Bundesregierung für die AKP-Regierung unter Führung Erdogans nur zur Kriegsführung gegen die kurdische Zivilbevölkerung eingesetzt werden! Jegliche Friedensbemühungen eingesperrt, getötet, gefoltert und zur Flucht gezwungen werden!
Falls Sie es trotz offizieller Fernsehberichte und vielen Berichten, Fotos und Videos nicht gewusst haben, dann wissen Sie es jetzt!
Wir Frauen können und wollen dazu nicht schweigen! Schweigen auch Sie nicht! Wer schweigt stimmt zu!
Protestieren Sie mit uns, dagegen dass das Leben der KurdInnen in Kurdistan wirtschaftlichen und militärstrategischen Interessen der EU-Politiker geopfert wird. Verhindern Sie mit uns, dass ihr Ruf nach Frieden überhört wird.

Unterstützen Sie den Kampf um Demokratie und Selbstbestimmung in der Türkei mit :
– Ihrer Teilnahme an Demonstrationen
– Dem Verbreiten entsprechender Informationen,
– Der Verurteilung dieser Massaker in sozialen Netzwerken
– Der Aufforderung an politisch Verantwortliche, umgehend alles daran zu setzen, diesen Genozid zu stoppen!

Email: ceni_frauen@gmx.de
Mehr Informationen:
/CENÎ – kurdisches Frauenbüro für Frieden

als pdf

Kundgebung und Demonstration am Samstag, 30. Januar 2016 um 13 Uhr auf dem Rathausplatz, Freiburg

sysrien_nowar

Am 4.12.2015 hat der Bundestag die Beteiligung am Krieg in Syrien
beschlossen. Damit werden alle Erfahrungen missachtet, die seit dem
11.9.2001 mit dem „Krieg gegen den Terror“ gemacht worden sind. Dieser
Krieg ist Terror und er fördert den Terror. Der deutsche Einsatz verstößt
gegen Grundgesetz und Völkerrecht. Er zwingt noch mehr Menschen aus den
Kriegsgebieten zur Flucht. Er wird weitere Gelder sinnvollen sozialen
Aufgaben vorenthalten. Er verstärkt die Gefahr von Terroranschlägen auch in
unserem Land.
Eine Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr wurde auch
beschlossen.
Wir fordern von der Bundesregierung:
• Respektierung von Grundgesetz und Völkerrecht
• keine Beteiligung der Bundeswehr am sogenannten „Krieg gegen den
Terror“ in Afghanistan, Syrien, Irak und Mali
• Stopp aller Waffenexporte, insbesondere in den Nahen Osten
• keine Zusammenarbeit mit den diktatorischen Regimes, die den „IS“
fördern
Dafür wollen wir arbeiten, überzeugen und streiten um gesellschaftliche
Mehrheiten zu gewinnen.
Konflikte friedlich lösen.

 

Unterstützer (Stand 24.01.16):
DGB Stadtverband Freiburg, DIE LINKE. Freiburg, Die Linke.SDS Freiburg, DFG/VK Freiburg, Evangelische Kirche Freiburg, Friedensforum Freiburg, Netzwerk Care Revolution Freiburg, RüstungsInformationsBüro e.V., Unabhängige Frauen Freiburg e.V., ver.di Ortsverein Freiburg u.a., Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen, Antifaschisten Kreis Freiburg (VVN-BdA),Pax Christi Freiburg, Kritische MedizinerInnen Freiburg, Kurdistan Solidaritätskomitee Freiburg, Verfasste Studierendenschaft der Pädagogischen Hochschule

Im Alewitischen Verein in Freiburg hat am 22.1 ein 3 tägiger Hunger Streik begonnen: Stop dem Massaker an der Zivilbevölkerung in der Türkei

Seit Freitag, dem 22.1.2016 befinden sich 16 Frauen und 3 Männer des Alevitischen Kulturvereins Freiburg e.V. im Hungerstreik. Sie wollen den Widerstand der kurdischen Bevölkerung gegen das türkische Militär und Sicherheitskräfte unterstützen.

Sie freuen sich über Besuche, Unterstützung und Verbreitung

Adresse: Auggenerweg 8 in Freiburg

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Zorbalık düsüncesini öldürmek,akan kanlara dur demek için , Freiburg Alevi Kültür Dergahin baslatacagi aclık grevine vicdan sahibi , “Kabesi insan olan” herkesi bekliyoruz.
Yapacagımız dönüsümlü aclık grevini desteklemenizi bekliyoruz. Savasa hayır, ötekilestirmeye hayır, çocukların öldürülmesine , insanlıgın katledilmesine hayır diyorsan ezilenden yanaysan katıl güç ver.
22-23-ve 24 Ocak (cuma, Cumartesi ve Pazar) kamuoyuna sesimizi duyurmak icin baslatacagimiz aclık grevimizi Freiburg Alevi Kültür Dergahinda yapiyoruz. İNSANLIK adına desteklerinizi bekliyoruz.
Ask ile…
Freiburg Alevi Kültür Dergahi Yönetim Kurulu

Demo – Donnerstag, den 21.01.2016 17h vermutlich am Kartoffelmarkt

Während im Osten der Türkei jeden Tag Zivilisten Opfer eines Staatsterrors durch Armee und Spezialeinheiten werden, kommen am 22.Januar der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu und mehrere Minister der AKP-Regierung zu einer gemeinsamen Kabinettssitzung mit der Bundesregierung nach Berlin. Thema ist vor allem der Deal der Bundesregierung mit der türkischen Regierung bei der Abschottung von Europas Grenzen gegen Flüchtlinge.
Amnesty International klagt in einem aktuellen Bericht mit dem Titel „Europas Torwächter“ die Flüchtlingspolitik der Türkei als unmenschlich“ an. Statt für den Kampf gegen Fluchtursachen werden die von der EU und der Bundesregierung an die Türkei zugesagten Gelder für die Errichtung von Internierungslagern verwandt. Damit verstoße die Türkei „eindeutig gegen internationales Recht“ erklärte Amnesty International. Bestätigt worden sind diese Berichte durch Recherchen und Berichte der Fernsehsendung „Monitor“. Wenn es der türkischen Regierung und der Bundesregierung wirklich um einen Kampf gegen Fluchtursachen geht, dann müsste sofort das Embargo gegen Rojava/Kobane in Nordsyrien aufgehoben werden, damit die dorthin zurückgekehrten Menschen die Stadt wieder aufbauen können. Stattdessen schafft die türkische Regierung mit den Angriffen von Armee und Polizeispezialeinheiten, dem Beschuss von Wohnvierteln durch Panzer und Artillerie sowie wochen- und monatelangen Ausgangssperren gegen ganze Städte im Südosten der Türkei neue Fluchtursachen. 200 000 Kurden sind aktuell innerhalb der Türkei auf der Flucht. Internationalen Wiederaufbauhelfern wird von der türkischen Regierung der Zugang in die syrisch-kurdische Stadt Kobane verwehrt.
Solange der Wiederaufbau der bei Kampf mit dem IS zerstörten Stadt sabotiert wird, werden viele Einwohner nur noch in der Flucht nach Europa eine Perspektive sehen.

Schluß mit Waffenexporten in die Türkei!

Schluß mit der Unterstützung der Türkei durch EU – Gelder!

Für eine starke kurdische Befreiungsbewegung!

Menschenring am 16.1. 15h: Solidaritätsaktion für die Demokratisierung und Frieden in den kurdischen Gebieten

Wir bilden am
16.1.2016
um 15h  vom Rathausplatz, Freiburg beginnend eine Menschenkette als symbolischen Ring um einen Teil der Altstadt.

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Wir wollen auf den Ausnahmezustand, der in zwölf kurdischen Städten in der Türkei besteht, aufmerksam machen.

Der derzeitige Ausnahmezustand bedeutet
– Ermordung vom Menschen (auch Kinder , Schwangere und alte Menschen), wenn sie das Haus verlassen, um zum Beispiel Essen zu besorgen;
– das Bombardement der Häuser;
– Ermordungen durch Scharfschützen;
– Hausdurchsuchungen und -zerstörungen;
– das Abstellen von Wasser, Strom und Telefon;
– die Absetzung von Bürgermeistern und die Verhaftung von Gemeinderäten;

Ausserhalb der abgeriegelten Gebiete werden Solidaritätsdemonstrationen  mit Tränengas und Wasserwerfer aufgelöst. Eine freie Presse existiert de facto nicht mehr, Journalisten werden verfolgt. Zehntausende von Menschen sind auf der Flucht vor dem realen Bürgerkrieg in der Türkei. Tausende (auch Minderjährige) sind in der Türkei mit fadenscheinigen Begründungen  inhaftiert.

Zeitgleich investiert die EU 3 Mrd € in die Türkeit , um die Flucht von Menschen zu erschweren und  deklariert die Türkei zum „sicheren Herkunftsland“ – Abschiebungen dorthin sind möglich.

Gegen diese Massaker des NATO – Mitglieds und künftigen EU – Mitgliedstaates Türkei wehren sich die Menschen mit Strassengräben, Barrikaden und Klappern von Töpfen. Verlogen nennen türkische und auch deutsche Medien diesen Widerstand der Kurd*innen unisono terroristisch.
Wir verurteilen auch staatliche Übergriffe auf türkische fortschrittliche Kräfte, u.a. die HDP, Menschenrechtsvereine … .
– Stopp dem Staatsterror in der Türkei
– Keine Militärhilfe und andere Geldleistungen an das Erdogan-Regime
– Solidarität mit den Kräften, die sich für Freiheit und Demokratie einsetzen